Kooperationsvereinbarung der Museen, Bibliotheken und Archive in der Landeshauptstadt und in der Region Hannover
Unter dem Eindruck von Katastrophen wie dem Elbehochwasser 2002 und dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 und aufbauend auf einem Workshop der Feuerwehr Hannover und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe am 26.11.2007 bildete sich eine Arbeitsgruppe der in der Landeshauptstadt Hannover und der Region Hannover ansässigen Museen, Bibliotheken und Archive sowie der zuständigen Katastrophenschutzbehörden. Ziel war es, den Schutz von Kulturgütern der beteiligten Institutionen zu optimieren.
Zu diesem Zweck haben Marlis Drevermann, Kultur- und Schuldezernentin der Landeshauptstadt Hannover, für die Kultureinrichtungen der Stadt Hannover sowie die Leiter der anderen beteiligten Institutionen eine Vereinbarung über die gegenseitige Unterstützung in Notfällen in einem "Notfallverbund zum Kulturgutschutz in Katastrophenfällen für die Region Hannover" unterzeichnet. Als Kulturgutschutzbeauftragte sind Dr. Cornelia Regin (Stadtarchiv Hannover) und zu ihrer Vertretung Eva Köhler (Sprengel Museum) und Martin Brederecke (Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek) benannt worden.
Foto: Schaarschmidt
Mitglieder der Arbeitsgruppe Notfallverbund und Vertreter von Stadt und Feuerwehr präsentieren die unterzeichnete Kooperationsvereinbarung: Hans-Martin Arnoldt/Niedersächsisches Landesarchiv, Dr. Friedrich Hülsmann/Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Marlis Drevermann/Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Hannover, Claus Lange/Direktor der Feuerwehr Hannover, Dr. Cornelia Regin/Stadtarchiv Hannover, Andreas Look/Feuerwehr Hannover (v.l.n.r.).
Der – in Niedersachsen bislang einmalige – Notfallverbund sichert sich gegenseitige unentgeltliche personelle und technische Hilfe in einem eventuell eintretenden Notfall und gegenseitige Unterstützung in Fragen der Prävention zu. Die wechselseitige Hilfe betrifft insbesondere die Bergung und Sicherung des betroffenen Kulturgutes sowie die Bereitstellung von Ausweichdepotflächen. Zu diesem Zweck sollen eine Notfalldatenbank erstellt, eine Alarmierungsstruktur festgelegt und gepflegt sowie theoretische und praktische Schulungen durchgeführt werden. Der Notfallverbund ist offen für weitere Teilnehmer.
Bereits am 11. Mai 2009 hatte auf eine Initiative des Notfallverbundes im Hauptstaatsarchiv Hannover eine Katastrophenübung der Feuerwehr Hannover stattgefunden, bei der die Rettung einer Mitarbeiterin des Hauses simuliert und die Bergung von Archivgut geprobt wurden.