Die Historische Kommission ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der nordwestdeutschen Landesgeschichte arbeiten. Sie wird von den Ländern Niedersachsen und Bremen getragen und von zahlreichen Kommunen, Körperschaften, Anstalten, Vereinen und Privatpersonen unterstützt.
Die Kommission sieht ihr Ziel darin, die landesgeschichtliche Forschung in allen ihren Erscheinungsformen und Richtungen voranzutreiben. In erster Linie nimmt sie sich solcher Vorhaben an, die die Kräfte der regionalen Geschichtsvereine oder einzelner Forscher übersteigen.
Mit dem von der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen gestifteten und von der Stiftung Niedersachsen dotierten "Preis für niedersächsische Landesgeschichte" soll das Interesse an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der niedersächsischen Landesgeschichte verstärkt und vor allem der auf diesem Gebiet arbeitende wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden. Der mit € 5.000 dotierte Preis wurde auf der Jahrestagung der Historischen Kommission in Bremerhaven im Mai 2008 erstmals verliehen. Erster Preisträger ist Dr. Söhnke Thalmann, der damit für seine Dissertation über "Ablaßüberlieferung und Ablaßpraxis im spätmittelalterlichen Bistum Hildesheim" ausgezeichnet worden ist. Die zweite Preisverleihung erfolgte auf der Jahrestagung in Hannover im Mai 2010. Ausgezeichnet wurde Dr. Michael Hecht für seine Dissertation zum Thema "Patriziat als kommunikativer Prozess. Die Salzstädte Lüneburg, Halle und Werl in Spätmittelalter und Früher Neuzeit". Die Neuausschreibung des Preises wird im Frühjahr 2011 erfolgen.
Um ihre Aufgaben zu erfüllen, gibt die Historische Kommission seit 1924 eine wissenschaftliche Zeitschrift, das NIEDERSÄCHSISCHE JAHRBUCH FÜR LANDESGESCHICHTE, heraus. Sie veranstaltet Erhebungen und Sammlungen, um der Forschung Material bereitzustellen. Besonders aber veröffentlicht sie Geschichtsquellen, Kartenwerke, Untersuchungen und Darstellungen aus dem Bereich der niedersächsischen Geschichte. Zur Erforschung wichtiger Teilbereiche richtet sie Arbeitskreise ein, die über den Kreis der Kommission hinaus jedem Interessierten offenstehen. Daneben und darüber hinaus ist sie bestrebt, landeshistorische Anstrengungen in Projekten zusammenzufassen. Diese Projekte schließen, indem sie Schwerpunktthemen aufarbeiten, größere Forschungslücken.
Im Auftrag der Kommission entsteht das große, auf sieben Bände veranschlagte HANDBUCH ZUR GESCHICHTE NIEDERSACHSENS. Z. Zt. werden die Bände 2/2 und 4 bearbeitet. Ein anderes Projekt, das die Kommission beschäftigt, gilt der niedersächsischen LANDTAGS- UND STÄNDEGESCHICHTE. In einem ersten Schritt wurde die archivalische Überlieferung zu den Landtagen zwischen 1500 und 1806 ermittelt. Der erste Teil eines Handbuches zur Landtags- und Ständegeschichte ist bereits erschienen, ein zweiter Band in Vorbereitung.
Zu den langfristig betriebenen, weit vorangeschrittenen und für wissenschaftliche Nutzer zugänglichen Quellensammlungen gehören die fotografische SAMMLUNG SÄMTLICHER NIEDERSÄCHSISCHER URKUNDEN bis 1500, der digital gespeicherte Katalog HISTORISCHE ORTSANSICHTEN aus Niedersachsen und Bremen sowie die DATENBANK DER WELFENSIEGEL.
Gemeinsam mit dem Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen wird eine MAILINGLISTE zur nordwestdeutschen Landesgeschichte betrieben, um die an der wissenschaftlichen Erforschung dieses Raumes Beteiligten miteinander zu vernetzen und über die jeweiligen Forschungsvorhaben zu informieren.
Ihre Mitgliederversammlung veranstaltet die Historische Kommission alljährlich in einer anderen Stadt Niedersachsens und Bremens. Sie verbindet diese Versammlung mit einer wissenschaftlichen Tagung, deren Thema sich in der Regel auf die Landschaft bezieht, in der die Zusammenkunft stattfindet. Die Tagung ist öffentlich und bietet über zwei Tage hin Vorträge und ausgiebige Diskussionsmöglichkeiten.
Am Archiv 1
30169 Hannover
Tel.: 0 511 120 66 55 oder ... 66 19
Fax: 0 511 120 66 81
-----------------------------
E-Mail: hist.komm@nla.niedersachsen.de
Niedersachsen Portal